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Prozess Oldenburg: Holzklotz-Mörder als Exhibitionist verurteilt

Rainer Dehmer

OLDENBURG - Weitere Strafe für den Holzklotz-Mörder: Das Amtsgericht verurteilte den 32-jährigen Nikolai Hecht am Mittwoch wegen exhibitionistischer Handlungen und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 240 Euro (60 Tagessätze ` vier Euro). Der Prozess stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Im Gebäude hielten sich Polizisten auf, im Gerichtssaal saßen zeitweise vier Justizwachtmeister.

Mit dem Strafmaß blieb Strafrichterin Susanne Minke am Ende der vierstündigen Verhandlung unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von 320 Euro. Verteidiger Matthias B. Koch (Bremen) hatte auf Freispruch plädiert. Sein Mandant, der im Gegensatz zum Holzklotz-Prozess diesmal nur russisch sprach, bestritt die Vorwürfe. „Ich kann nur sagen, dass alles gelogen ist“, ließ er von der Dolmetscherin übersetzen.

Ein Spezial zu dem Fall

Das Gericht sah es dagegen als erwiesen an, dass Hecht am 22. November 2009 zweimal in seiner Gefängniszelle vor einer 32-jährigen Justizvollzugsbeamtin onanierte. Es soll dabei nackt auf seinem Bett gelegen haben. „Ich empfand es als eklig und widerwärtig. Er grinste auch noch dabei“, sagte die Zeugin.

Am 22. November 2009 gab es laut Zeugin nach dem ersten Vorfall ein Gespräch zwischen ihr und dem Beschuldigten. Darin habe Hecht gebeten, sein Verhalten nicht zu melden. Es sei ihm peinlich, wenn andere Gefangene davon erführen. Keine drei Stunden später habe er sich wieder in obszöner Pose gezeigt.

Verteidiger Koch konnte keine strafbare Handlung erkennen. Die Zelle sei der einzige Freiraum eines Gefangenen. Dort könne er tun und lassen, was er wolle.

Dieser Meinung widersprach Oberstaatsanwaltschaft Thomas Sander. Der Beschuldigte habe die Beamtin provozieren und sich durch ihre Reaktion sexuell stimulieren wollen. Dieses Verhalten sei ehrverletzend.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidiger Koch erklärte gegenüber der

NWZ

 , dass er ganz sicher Rechtsmittel einlegen werde.

Hecht muss dies im Gefängnis abwarten, wo er derzeit an einem Schulförderkurs teilnimmt. Der 32-Jährige war im Mai 2009 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Laut Urteil hatte er einen Holzklotz von einer Autobahnbrücke geworfen und eine 33-Jährige getötet.

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