OLDENBURG - OLDENBURG/PR - Der Niedersächsische Verfassungsschutz will beim Kampf gegen den Rechtsextremismus die Prävention verstärken. „Die Sicherheitsbehörden sind bereit, die Schulen tatkräftig zu unterstützen“, sagte der Präsident des Niedersächsischen Landesamts für Verfassungsschutz, Volker Homuth, gestern in Oldenburg bei einer Fachtagung der Behörde. Prävention sei ebenso notwendig wie Repression. Gesucht würden neue Ansätze.

Künftig sollen verstärkt Jüngere angesprochen werden, sagte Verfassungsschutz-Sprecherin Maren Brandenburger: „Auch 13- und 14-Jährige sind bereits für vorurteilsbeladenes und fremdenfeindliches Denken anfällig.“ Jüngere seien sehr an der Diskussion über Grundwerte wie Toleranz interessiert. Das biete die Chance, sie vor extremistischem Hassbotschaften zu schützen.

Anfragen nach Unterstützung erhalte das Landesamt auch von Lehrern, die Schüler unterhalb der achten Klasse unterrichten. Brandenburger sagte jedoch auch, dass eine frühere Aufklärung innerhalb der Behörde und bei den Pädagogen umstritten ist. So werde beispielsweise eingewendet, dass für eine Debatte über neonazistische Musikgruppen ein Grundwissen über den Holocaust vorhanden sein müsse.

Auch die Verfassungsschutz-Wanderausstellung über Rechtsextremismus, die seit Ende 2005 unterwegs ist, könne nur von älteren Jugendlichen verstanden werden. Die Fachtagung sollte laut Brandenburger einen Anstoß für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Polizei, Vereinen und Kommunen geben. Das Landesamt für Verfassungsschutz biete allen an der Prävention Beteiligten seine Unterstützung an.