OLDENBURG - OLDENBURG - In Folge der niedersächsischen Polizeireform landen hin und wieder auch scheinbare Kleinigkeiten auf dem Schreibtisch von Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Vor ein paar Tagen erst musste sich Schünemann in seiner Heimatstadt Holzminden mit der Frage befassen, welche Kennzeichen die Einsatzfahrzeuge künftig tragen sollen. Vorgesehen war Hameln (HM). Doch damit waren weder die Polizei vor Ort noch die Kommunalpolitiker zufrieden. Sie befürchten Identifikationsverlust. Das sah der Minister ein und erklärte öffentlich: „Ich habe entschieden, dass die Polizeifahrzeuge in Holzminden wieder das HOL-Kennzeichen tragen dürfen. Ich will nichts tun, was dem Landkreis Holzminden schadet“.
Diese Entscheidung des Ministers könnte Konsequenzen haben – zum Beispiel in der Polizeidirektion Oldenburg. „Auch bei uns ist vorgesehen, alle neuen Fahrzeuge nur noch mit OL-Kennzeichen auszustatten“, bestätigt Direktionssprecher Eike Strangmeier. Sollte das so umgesetzt werden, verlören nach und nach alle Polizeifahrzeuge, gleich ob in Cuxhaven, Nordenham, Brake oder Westerstede, ihre heimischen Kennzeichen.
Damit wiederum sind in einzelnen Landkreisen Polizeibeamte und Politiker nicht einverstanden. Ammerland- Landrat Jörg Bensberg sagte gestern: „Die Entscheidung des Ministers muss in ganz Niedersachsen zur Anwendung kommen. Wir verlören tatsächlich ein kleines Stück wichtiger Identifikation, wenn wir auf unser WST-Kennzeichen verzichten müssten. Die Eigenständigkeit als Inspektion hat uns die Reform ja bedauerlicherweise schon gekostet“.
Im Innenministerium will man mit der Kennzeichen-Bagatelle nichts zu tun haben. „Das ist Sache der einzelnen Direktionen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Viele Streifenpolizisten indes möchten die alten Nummernschilder am liebsten behalten. Ein Beamter: „Der Bürger registriert, dass da Polizei aus dem Ammerland oder der Wesermarsch kommt, die ihm vertraut ist, und sagt: Das ist unsere Polizei. Das macht die Arbeit oftmals leichter.“
