OLDENBURG - Sorgen um die Leistungsfähigkeit und die Attraktivität des Zivildienstes macht sich Dieter Holzapfel (Bild), Präsident des Landesverbandes Oldenburg im Deutschen Roten Kreuz (DRK). „Sollten nach den Plänen der neuen Bundesregierung die Wehrpflicht auf sechs Monate und damit auch der Zivildienst um drei Monate verkürzt werden, kommen auf alle Wohlfahrtsverbände massive Beeinträchtigungen zu“, befürchtet Holzapfel. Der DRK-Landesverband Oldenburg beschäftigt in seinen Einrichtungen in der Region mehr als 150 Zivildienstleistende.

Der Einsatz von Zivildienstleistenden sei zum Beispiel im DRK-Rettungsdienst künftig nicht mehr realistisch. „Die qualifizierte Ausbildung steht einfach nicht mehr im richtigen Verhältnis zur Länge der anschließend noch zu erwartenden Restdienstzeit“, erklärt Holzapfel.

Sollten künftig mehr feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich sein, werde dies auch zu Kostensteigerungen im Gesundheitswesen führen, ist sich Holzapfel sicher und rechnet im Bereich der Altenpflege auch mit Betreuungslücken. Gerade hier seien Zivildienstleistende nach einer Einarbeitungszeit wichtige Hilfskräfte für das DRK. „Wenn sie fehlen, bleibt das nicht ohne Folgen“, sagt Holzapfel. Ohnehin werde es auch immer schwieriger, gerade in Pflegeberufen geeignete Fachkräfte zu finden.

Holzapfel fordert für den Zivildienst Lösungen und Alternativen, die von Politik und Verbänden der Wohlfahrtsverbände gemeinsam entwickelt werden sollten – „und das rechtzeitig vor einer endgültigen Entscheidung über die Verkürzung des Wehrdienstes.“