OLDENBURG - Geöffnete Feldpostbriefe, die Vorkommnisse auf dem Segelschulschiff Gorch Fock die jüngsten Ereignisse werfen derzeit kein gutes Licht auf die Bundeswehr. Dennoch steigt in der Bevölkerung die Solidarität mit den Soldaten meint zumindest Monica Melloh. Die 59-jährige Oldenburgerin gründete Ende 2007 das Gelbe Netzwerk der Solidarität. Dabei entwarf sie eine gelbe Schleife getragen am Revers, kann so jeder der möchte seine Verbundenheit mit im Einsatz befindlichen Soldaten und deren Angehörigen zum Ausdruck bringen. Die Nachfrage ist enorm gestiegen, berichtet Melloh. Um den Ansturm überhaupt bewältigen zu können, stellte sie zusätzliche Mitarbeiter ein, die beim Verpacken und Versenden der Bestellungen helfen.
Rund 200 Schleifen, Anstecker, T-Shirts und Autoaufkleber verkauft Monica Melloh in einer Woche. Einzelne Bundeswehrstand- orte hätten sogar schon Sonderanfertigungen mit ihrem Wappen beantragt. Melloh sieht vor allem in der erhöhten Präsenz der Bundeswehr in den Medien den Grund für das gestiegene Interesse in der Bevölkerung. Die Menschen machen sich jetzt mehr Gedanken.
Stolz macht Melloh, dass auch viele Politiker die gelben Schleifen inzwischen für sich entdeckt haben. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat das Solidaritätszeichen in der Öffentlichkeit ebenso getragen wie der Edewechter Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU).
Unterdessen hat die Erfolgsgeschichte der gelben Schleife bereits Nachahmer auf den Plan gerufen. So verteilt auch der Reservistenverband der Bundeswehr ab sofort Gelbe Schleifen. Im Unterschied zu den Mellohschen Schleifen prangt auf diesen der Schriftzug Tu was für dein Land. Eine Formulierung, die nach Angaben von Monica Melloh schon von einigen Kommandeuren kritisiert wurde: Viele halten diesen Spruch in diesem Zusammenhang für fehl am Platz.
Sorge, dass ihre Idee nun unter der neuen Konkurrenz leiden könnte, hat die 59-jährige Oldenburgerin nicht. Unsere Schleife ist schon so bekannt, dass es alle anderen ziemlich schwer haben werden.
