OLDENBURG - An der Universität Oldenburg machen sich allmählich Unruhe und Verdruss breit. Seit einem halben Jahr ist der Präsidentenstuhl nicht besetzt – und die Hoffnung, dass in näherer Zukunft jemand darauf Platz nimmt, hat einen herben Dämpfer erhalten. Die beiden Bewerber, die im bisherigen Kandidatenrennen übrig geblieben waren, sind urplötzlich abgesprungen. Dem Vernehmen nach mit eher fadenscheinigen Begründungen.
So soll dem einen Kandidaten auf einmal die vertraute Heimat-Uni näher gelegen haben als die ihm unbekannte Hochschule in Oldenburg. Der anderen Kandidatin wird nachgesagt, dass sie unannehmbare Forderungen gestellt habe. Doch nichts Genaues weiß man nicht . . .
In dieser prekären Lage ist die Findungskommission gezwungen, mit ihrer Suche von vorn zu beginnen. Wie lange das Gremium dafür benötigt, kann noch niemand sagen. Geschweige denn, wann es denn zu einer Kandidatenvorstellung und letztlich zur Wahl durch den Hochschulsenat kommen kann.
Unter dem Strich steht also eine verfahrene Situation, mit der niemand zufrieden sein kann. Insbesondere nicht die kommissarisch amtierende Präsidentin Heide Ahrens, die den Tag herbeisehnen dürfte, an dem sie sich wieder ihren eigentlichen Geschäften als Vizepräsidentin für Verwaltung und Finanzen widmen darf.
Der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU), selber ein Oldenburger, sieht dem Treiben nach außen hin gelassen zu. Die Uni Oldenburg sei „sehr gut aufgestellt“, ließ Stratmann diese Zeitung wissen. Durch die konsequente Schärfung ihres Profils habe sie sich in Deutschland und darüber hinaus einen guten Ruf erworben. „Ich bin mir deshalb sehr sicher, dass die zuständigen Gremien eine geeignete Persönlichkeit für das Amt des Präsidenten finden werden“, sagte der Minister.
Mögen die Hochschulgötter seinen Wunsch erfüllen.
