OLDENBURG/WEHNEN - Für ein größeres Kooperationsmodell sieht auch Wolfgang Wulf Mdl eine Chance. Verdi äußert sich zurückhaltend.

von carl-friedrich ehlers

OLDENBURG/WEHNEN - Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) hat gestern in Hannover angekündigt, dass nach der europaweiten Ausschreibung für den Verkauf von acht Landeskliniken die Entscheidung über den Zuschlag an die Bieter bis zum Ende des Jahres fallen soll. Der Preis werde dabei „nicht das allein auschlaggebende Kriterium“ sein, auch die Konzepte der Bieter würden berücksichtigt.

Darin sieht auch die Arbeiterwohlfahrt (Awo) eine Chance. Hanna Naber, Awo-Pressesprecherin des Bezirks Weser-Ems, erklärte gestern gegenüber der NWZ , dass sich die Awo auf Grund ihrer Erfahrungen mit Behinderten und ihrer Einrichtungen für seelisch Behinderte in Rastede und Osnabrück prädestiniert sehe, u. a. beim Bieten um das Landeskrankenhaus Wehnen erfolgreich zu sein. Zu einem „Bieterkampf“ mit dem Bezirksverband Oldenburg werde es nicht kommen, sagte Naber. Kooperationsmodelle seien denkbar. Dem stimmte auch Karl-Heinz Meyer, Geschäftsführer des Bezirksverbandes Oldenburg, zu. Aufgrund der Satzung des Verbandes könne der Verband sich aber ausschließlich um das Landeskrankenhaus Wehnen bewerben.

Während der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Jüttner, gestern in Hannover noch erklärt hatte, dass „Kommunen, Kirchen oder Wohlfahrtsverbände keine Chance haben, beim Verkauf der Landeskrankenhäuser zum Zuge zu kommen“, äußerte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Wulf am Abend in Oldenburg gegenüber der NWZ vorsichtiger: Wenn beim Bieten um Wehnen Awo, Bezirksverband und weitere Kliniken der Region eine Kooperation eingingen, könnten sie beim Bieten eine Chance haben.

Ohne ein landesweites Psychiatrie-Konzept, das auch erlaube, regional integrierte Strukturen aufzubauen, könne die Gewerkschaft Verdi dem Verkauf der Landeskrankenhäuser nicht zustimmen, erklärte Gewerkschaftssekretärin Jannette Scheele der NWZ .