OSNABRüCK - OSNABRÜCK/VECHTA/DPA - Bei Razzien in 30 Wohnungen im rechtsradikalen Milieu hat die Polizei am Donnerstag in der westfälisch-niedersächsischen Grenzregion um Osnabrück Waffen sichergestellt. Darunter waren eine unscharfe Flugabwehrrakete, zahlreiche Gewehre und Schlagstöcke, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit.
Insgesamt überprüften die Beamten 26 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 51 Jahren, die im vergangenen Jahr in Wilsum ein paramilitärisches Sommercamp abgehalten hatten. Dabei entstanden unter anderem Fotos von Scheinhinrichtungen. Ermittler fanden die Bilder bereits im vergangenen Herbst auf Computern von Rechtsextremen aus dem Raum Vechta/Cloppenburg.
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) zeigte sich erleichtert, dass der Polizei ein Schlag gegen Rechtsextremisten gelungen ist. „Das hat schon eine neue Qualität, dass so ein Camp durchgeführt wird.“ Es gebe Verbindungen der NPD zu militanten rechtsextremistischen Kräften.
Zu den durchsuchten Personen gehören unter anderem die Kreisvorsitzenden der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei (NPD) aus Osnabrück und der Grafschaft Bentheim sowie Mitglieder der „Heimattreuen Deutschen Jugend“, sagte der Osnabrücker Polizeipräsident Rolf Sprinkmann. Mehr als 200 Beamte seien bei der Durchsuchung in den Kreisen Cloppenburg, Vechta, Osnabrück, Grafschaft Bentheim und im westfälischen Kreis Steinfurt eingesetzt gewesen.
