OSNABRüCK - Einen Termin mit Anke Karczewski zu vereinbaren, ist im Augenblick nicht leicht. In noch nicht einmal dreißig Tagen beginnt in Osnabrück der 97. Deutsche Katholikentag, und Karczewski muss ihn organisieren: mit ihrem Team für Räumlichkeiten und Plätze sorgen, Verkehrskonzepte erstellen, sich um die Ausstattung von Veranstaltungsräumen kümmern, die Aufstellung von Bühnen planen und nicht zuletzt die Helfer koordinieren. Rund 40 000 Besucher werden zu den etwa 1200 Veranstaltungen zwischen dem 21. und 25. Mai erwartet.
Ein Manko bereitet den Organisatoren Kopfzerbrechen. In der Bischofsstadt mit 164 000 Einwohnern gibt es kein Messe- oder Kongresszentrum. Deshalb müssen viele Veranstaltungsorte gebucht werden. „Das hat auch Charme“, sagt Karczewski. Anders als in Metropolen wie Köln, Berlin, Hamburg oder München bekomme so auch der „normale“ Bürger oder Besucher etwas von dem katholischen Laientreffen mit. Das Geschehen konzentriere sich zu 90 Prozent in der Innenstadt, sagt Franz-Josef Schwack, der Koordinierungsbeauftragte des Bistums für den Katholikentag. 48 Podien können die Teilnehmer zu Fuß erreichen.
Es gibt aber auch Schwerpunkte. So konzentrieren sich die Auftritte der kirchlichen und politischen Größen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (beide CDU), EU-Kommissionspräsident José Manuel Baroso oder des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode auf die Stadthalle oder eine nahe gelegene Sporthalle.
Auch die Polizei bereitet sich intensiv auf das Großereignis vor. Insgesamt sieht sich die Stadtverwaltung gut gerüstet für die Massenveranstaltung. „Wir haben ja schon große Erfahrungen mit dem Jugendhilfetag“, sagte Stadtsprecher Sven Jürgensen. Im Juni 2004 kamen mehr als 30 000 Besucher zu dieser Veranstaltung, die der Stadt wegen Planungsfehlern allerings ein Defizit von mehr als 900 000 Euro einbrachte.
Aus Sicht des Stadtmarketings sei der Katholikentag schon jetzt ein Volltreffer, betont Geschäftsführer der Osnabrück Marketing, Oliver Mix. Neben Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie dürfte seiner Einschätzung nach auch das bundesweite Image der Stadt gewinnen.
