OSNABRüCK - Zwei Streifenbeamte aus Osnabrück stehen jetzt selbst im Visier von Polizei und Justiz. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt ermitteln gegen die 33 und 36 Jahre alten Beamten wegen möglichen Verrats von Dienstgeheimnissen und Bestechlichkeit.
Die beiden Männer sollen Informationen aus einer vertraulichen Datenbank der Polizei an einen Spielhallenbetreiber weitergegeben haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.
Einem Zeitungsbericht zufolge sollen die Beamten dafür neben Geld auch mindestens eine Einladung zu einem Bordellbesuch bekommen haben. Die Staatsanwaltschaft wollte diese Details nicht bestätigen und sprach dagegen lediglich von materiellen Vorteilen, die von den Beamten entgegengenommen worden seien. Die beiden Polizisten sind für die Dauer der Ermittlungen vorläufig vom Dienst suspendiert.
Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt gehen den Vorwürfen seit August 2011 nach. In der vergangenen Woche gab es mehrere Durchsuchungen in Osnabrück. Die Ermittler werten derzeit das sichergestellte Material aus. Gegen den Spielhallenbetreiber läuft bereits ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung und unerlaubten Waffenbesitzes.
Bei einer Verurteilung wegen Bestechlichkeit droht den beschuldigten Beamten eine Haftstrafe von mindestens sechs Monaten.
