OVELGöNNE - Die räumliche Situation und die Ausstattung des Kindergartens in Neustadt lassen zu wünschen übrig, darin sind sich die Kirchengemeinde Strückhausen und die politische Gemeinde Ovelgönne einig. „Es wird immer was zu tun sein, denn es bleibt ein Altbau“, brachte Alfred Schäfftlein (SPD) in der Sitzung des Bau- und Straßenausschusses am Donnerstag die übereinstimmende Einschätzung auf den Punkt.
Der Fachausschuss beschloss – bei einer Enthaltung – mehrere kleinere und größere Maßnahmen, um Kindern, Mitarbeiterinnen und Eltern das Leben in der Einrichtung weiter zu erleichtern. Diese beschlossenen Maßnahmen sind Teil eines „Wunschkatalogs“, der vom Träger an die politische Gemeinde übergeben wurde.
Erker gibt es nicht
Dieser Katalog beinhaltet so kleine Wünsche wie eine spätere Ausschaltzeit der Straßenlampen bei Abendveranstaltungen oder den Austausch defekter Elektrogeräte, aber auch größere wie die Schaffung eines separaten Zugangs zum Dachboden oder die Erneuerung der sanitären Anlagen. Einige der insgesamt zwölf aufgelisteten Punkte sollen erst bei einer Bereisung des Fachausschusses besprochen werden (etwa die Sanierung der Personaltoilette), andere wurden abgelehnt – beispielsweise der Bau eines Erkers im Eingangsbereich oder die Änderung des Zugangsweges zur Außenspielfläche.
Ein weiterer Beratungspunkt war die energetische Erneuerung und Modernisierung der Grundschule Ovelgönne. Michael Esken, Diplomingenieur bei der Wohnungsbau Wesermarsch, stellte sein Gutachten vor. Wenn alle darin empfohlenen bzw. vom Gesetzgeber bald geforderten Maßnahmen umgesetzt werden, dann muss die Gemeinde dafür rund 876 000 Euro aufbringen. Dafür sei das alte Schulgebäude dann aber „auf Neubau-Niveau“ hinsichtlich der Dämmung und des Brandschutzes, so Esken. Die Energieeinsparungen würden etwa 70 Prozent betragen, rechnete er vor.
Grundschule modernisieren
Esken hatte Fenster, Türen, Wände, Fußböden, Decken, Heizung, Belüftung sowie die Anlagentechnik nach den derzeit geltenden gesetzlichen Standards überprüft und festgestellt, dass in der Schule die geltenden Grenzwerte „nicht annähernd erreicht beziehungsweise eingehalten werden“.
Bei den Modernisierungsarbeiten müssten auch die asbest- bzw. formaldehydhaltigen Stoffe, die seinerzeit beim Bau der Schule verwendet wurden, fachmännisch entsorgt werden, betonte Esken. Im Altbau wurde bei der Verlegung von PVC-Platten asbesthaltiger Kleber verwendet und Formaldehyd bei der Akustikdecke des Altbaus.
Die Asbest- und Formaldehyd-Problematik sei lange bekannt, eine akute Gefahr bestehe nicht, betonte Bürgermeister Thomas Brückmann vorsorglich. Gefährlich könne es nur dann werden, wenn im Zuge der Sanierung die Platten vom Fußboden oder der Decke genommen werden, unterstrich Brückmann.
