Wie gut, dass Stefan Wenzel ein leidenschaftlicher Hobby-Koch ist. So konnten der Grünen-Fraktionschef und seine männlichen Kollegen am Frauentag die weiblichen Abgeordneten des Landtags mit Pasteten beglücken, die wirklich genießbar waren. Als erste Frau nahmen die bemützten und beschürzten Herren Elisabeth Heister-Neumann ins Visier. „Die Justizministerin muss ich bedienen“, drängelte sich der Rechtsexperte der Fraktion, Ralf Briese, nach vorne. Das Essen sei besser als im Gefängnis, witzelte Briese, was der Ministerin offensichtlich missfiel. Sie nehme lieber die Pasteten von Herrn Wenzel, zeigte sie dem Oldenburger die kalte Schulter. Ein Grünen-Mann drückte sich allerdings vor der Hausarbeit. Er sei der erste Mann in Hessen gewesen, der Erziehungsurlaub genommen habe, wies Hans-Albert Lennartz Vermutungen zurück, er sei ein waschechter Macho.

Der Streit ums Rauchen im Landtag nimmt teilweise bizarre Züge an. Nur wenige Abgeordnete trauten sich in dieser Woche in die auch als „Streichelzoo“ bekannte Raucherecke im Foyer des Leineschlosses. Die meisten hatten schlicht Angst, in den Medien als schlechte Vorbilder an den Pranger gestellt zu werden. So floh auch der SPD-Abgeordnete Hans-Dieter Haase (Emden) aus der Qualmer-Ecke, als ein Kamerateam anrückte. „Ich habe meine Nominierung noch vor mir“, sorgte sich Haase halbernst um die Kandidatur im Wahlkreis. Für Gelächter sorgte auch Mechthild Ross-Luttmann als sie im Plenum ein absolutes Rauchverbot für Kirchen verkündete. Die CDU-Sozialministerin hatte sich verhaspelt. Sie meinte natürlich Kliniken.

Wo ist Eppers? Selbst die CDU-Fraktionsspitze wusste auf diese Frage häufig keine Antwort. Hermann Eppers fehlte beim Fototermin, er verpasste den Flieger, er verschlief die Abfahrt im Hotel. Die Liste ließe sich fortsetzen. Jetzt hat der eigenwillige Politiker aus Salzgitter seinen Abschied aus dem Landtag bekannt gegeben. Auf seine angedrohten Memoiren sind alle gespannt.