Was wäre der Landtag ohne Hans-Christian Biallas? Nur halb so lustig. Der CDU-Abgeordnete aus Cuxhaven sorgt aber nicht nur im Leineschloss für Heiterkeit. Auch auf Reisen ist er immer für einen Schabernack gut. Als Biallas jüngst mit Innenminister Uwe Schünemann (CDU) nach Kasachstan flog, ärgerte sich der Pastor maßlos über die russische Sardinenbüchse. Nur einer hatte genügend Beinfreiheit: Schünemann, der sich am Notausgang streckte. Pfiffig wie er ist, merkte sich der zerknautschte Biallas die geräumige Sitzreihe und forderte beim Umsteigen in Moskau diesen Platz. Was er nicht bedachte: Der Niedersachsen-Tross musste den Flugzeugtyp wechseln. Prompt klemmte Biallas wieder eine Reihe hinter dem Notsitz. Erst auf der Heimreise hatte er offenbar den Bogen raus.
Fast gar nicht mitfliegen können hätte Ariane Vorhang. Schünemanns persönliche Referentin wurde beim Einchecken in Frankfurt jäh gestoppt. Sie hatte statt eines Flug- nur ein Bahnticket nach Kasachstan in der Tasche. Die Schuld für die kuriose Panne lag aber offenbar bei der russischen Reisegesellschaft. Was die Politiker nicht daran hinderte, über Kollegen zu spotten. Das sei wohl die Fahrkarte von Rudolf Götz. Der Aussiedlerbeauftragte des Landes hatte wegen seiner Flugangst auf den Trip verzichtet. Für Vorhang fand sich übrigens noch ein richtiges Ticket.
Was Gerhard Schröder kann, kann Christian Wulff schon lange. Der Ex-Kanzler hatte einst am Tor vor dem Kanzleramt gerüttelt. Wulff pochte allerdings nur an die Pforte des Landtags. Der Ministerpräsident war zusammen mit CDU-Fraktionschef David McAllister auf dem Weg zu einer wichtigen Abstimmung. Die Abkürzung durch das Nebengebäude endete allerdings am verschlossenen Hintereingang. Weil die Zeit für den Rückweg zu knapp war, schwand bei Wulff und McAllister die Hoffnung auf einen pünktlichen Auftritt. Ausgerechnet Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel rettete sie. Er hatte die richtige Chipkarte und den notwendigen Humor. Selten seien die beiden über sein Auftauchen so erleichtert gewesen.
Kaum hat die SPD mit einem Untersuchungsausschuss zur Flut-Katastrophe an der Elbe gedroht, da zittert die Regierungskoalition schon wie Espenlaub. Na, vielleicht nicht alle, aber zumindest Jörg Bode. „Dann verliere ich mein Fraktionszimmer“, jammerte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Bode hatte sich beim Wechsel ins neue Amt komfortabel im Landtag einquartiert. Nur leider ins Zimmer für U-Ausschüsse. Er habe seinen Auszug für den Fall der Fälle zusichern müssen, seufzte der Spitzenliberale. Bode glaubt zwar nicht an eine parlamentarische Untersuchung, will sich im Notfall aber bei den Grünen schadlos halten. Die hätten sowieso mehr Räume.
