Oldenburg/Stuttgart - Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige gegen 25 Schlachthöfe in neun deutschen Bundesländern erstattet. Grund dafür ist die nach ihrer Ansicht tierschutzwidrige Betäubung mit Kohlenstoffdioxid vor der Schlachtung, wie die Organisation am Montag in Stuttgart bekanntgab. Trotz der Betäubung litten die Tiere unter unermesslichen Qualen, weil das Gas erst zeitverzögert wirke. In Niedersachsen seien sieben Betriebe angezeigt worden.

Peta zufolge geht es vor allem um Betriebe im südlichen Oldenburger Land. Angezeigt wurden die „BMR-Schlachthof GmbH“ in Garrel, „Böseler Goldschmaus“ ebenfalls in Garrel, „Danish Crown“ in Essen/Oldenburg und drei Betriebe des Unternehmens „Vion“ in Emstek, Holdorf und Zeven im Kreis Rotenburg/Wümme. Außerdem stellten die Tierschützer eine Anzeige gegen „Vogler-Fleisch“ in Luckau im Wendland.

In Deutschland würden in der Fleischindustrie jährlich 60 Millionen Schweine getötet, knapp 40 Millionen davon zuvor mit Kohlenstoffdioxid betäubt. Für viele Schweine stelle diese Methode eine Tortur dar, weil sie in der Betäubungsanlage Erstickungsängste erlitten und in Panik gerieten. Die Tiere schrien ohrenbetäubend, hyperventilierten, reckten die Köpfe hoch und trampelten laut Peta wild übereinander, um dem reizenden Gas zu entkommen.

Entgegen der Annahme vieler Verbraucher schliefen die Schweine bei der Gasbetäubung nicht einfach friedlich ein, weil die narkotisierende Wirkung des Gases erst zeitverzögert einsetze, hieß es weiter. Weil die Schlachthöfe im Akkord arbeiteten, werde diese Tierquälerei hingenommen, erklärte die Organisation.