Sehnde - Die Gemeinde Sehnde bei Hannover erwägt die Einführung einer Pferdesteuer, um Haushaltslöcher zu stopfen. Nach den Plänen sollen die örtlichen Pferdebesitzer mit je 200 Euro pro Tier und Jahr zur Kasse gebeten werden. „Es ist eine Beratungsgrundlage. Letztendlich entscheidet die Politik“, sagte Sehndes Kämmerer Peter Wissmann. Er rechnet 2016 mit einem Haushaltsdefizit von mehr als zwei Millionen Euro.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte kürzlich die Erhebung einer kommunalen Pferdesteuer für rechtens erklärt (Az: BVerwG 9 BN 2.15).
Über soziale Netzwerke haben Reiter bereits Proteste in der Sitzung des kommunalen Finanzausschusses am kommenden Montag angekündigt. Dann steht das Thema auf der Tagesordnung. Sehnde wäre nach Auskunft des Städte- und Gemeindebundes landesweit die erste Gemeinde mit einer Pferdesteuer.
In Niedersachsen hätten bisher einige Städte eine Pferdesteuer geprüft, aber wieder verworfen, sagte der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek. „Man trifft damit nicht nur die Reichen.“ Außerdem müssten die Kommunen zunächst die Zahl der Pferde ermitteln, nach dem Leipziger Urteil dürfe die Steuer nämlich nicht für Arbeitspferde erhoben werden. „Das sind eine ganze Menge in den Reitschulen und Kutschbetrieben“, sagte Bullerdiek. Auch Sportpferde seien wohl von der Steuer zu befreien.
