Wer ist die Nummer eins in der Union in Deutschland? Nein, nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch wer auf den smarten CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg tippt, liegt daneben. Die unangefochtene Nummer eins ist Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister. Dabei will der gar nicht für bundesweite Schlagzeilen sorgen, sondern erst mal sein Land ordnen. Das scheint der CDU-Basis aber egal. Ein Informationsdienst für Unternehmer hat 400 Landes, Bezirks- und Kreischefs befragt. Der neue Liebling des Massen heißt: McAllister. Ihm wird am meisten zugetraut, die CDU in die richtige Richtung zu führen. Mega-unbeliebt ist FDP-Chef Guido Westerwelle: letzter Platz.
Der Streit um die Atomkraft treibt im Landtag seltsame Blüten. Am Dienstag hätte sich der Linken-Abgeordnete Victor Perli, der gelbe Anti-Atomkraft-Abzeichen am Revers trug, beinahe einen Rauswurf wegen „mangelnder Neutralität“ eingehandelt. Am Mittwoch bekam er Unterstützung von den Grünen: Sie stiegen von gelben auf weiße Protest-Buttons um. Der Grünen-Abgeordnete Helge Limburg musste sich allerdings den Spott von CDU-Parlamentsgeschäftsführer Jens Nacke (Wiefelstede) gefallen lassen: „Ist das ein Jackett oder eine Pinnwand?“.
Eine seltsame Blüte trug in dieser Woche im Landtag auch der Ministerpräsident. Die so genannte Poppy war McAllister vom Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Deutschland geschenkt worden. Mit der künstlichen Mohnblume wird in England im November an die Kriegstoten gedacht. Anders als bei der sozialistischen Nelke handele es sich nicht um eine „politische Willensbekundung“, stellte McAllister klar.
In der ersten Reihe sitzen Wolfgang Jüttner und Ursula Helmhold nicht mehr. Doch auf den Hinterbänken scheinen sich der Ex-Fraktionschef und die Ex-Parlamentsgeschäftsführerin gut zu amüsieren. Laut Helmhold reichen die bissigen Kommentare an die Sprüche von Waldorf und Statler in der Muppets-Show heran. Doch da habe Jüttner passen müssen, so die Grüne. Die Kult-Opas kannte er nicht.
