Hannover - Der Piraten-Politiker Carsten Schulz, der bereits in der Vergangenheit mit rechtsextremen Äußerungen in der Kritik stand, sorgt erneut für Aufregung in der Netzpartei. Schulz fordert in einem Antrag zum Landesparteitag Ende Oktober in Celle, das verbotene Adolf-Hitler-Buch „Mein Kampf“ als Pflichtlektüre im Schulunterricht zu behandeln.

„Es ist mit der Idee einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaftsordnung völlig unvereinbar, dass bestimmte Bücher nicht gelesen werden können oder verboten sind“, heißt es in dem Antrag von Schulz. Der Piraten-Politiker, gegen den ein Parteiausschlussverfahren läuft, erklärte, er wolle den Zulauf für rechtsextrem gesinnte Gruppen reduzieren. Nur Aufklärung könne junge Menschen gegenüber Nazi-Propaganda resistent machen.

Piraten-Landeschef Andreas Neugebauer (Delmenhorst) nannte den Antrag „absolut hirnrissig“. Man müsse sich mit der Thematik im Unterricht befassen, es mache aber keinen Sinn, das ganze Buch durchzunehmen, sagte Neugebauer dieser Zeitung. Der Piratenchef hält es für unwahrscheinlich, dass der Antrag beim Parteitag diskutiert wird. Schulz hatte auch Straffreiheit für das Leugnen des Holocausts gefordert.