Hannover/Delmenhorst - Unmittelbar vor dem Landesparteitag am kommenden Wochenende in Delmenhorst spitzt sich bei den Piraten die Lage weiter zu. Am Mittwoch will das Landesschiedsgericht über einen Einspruch gegen die kurze Einladungsfrist entscheiden. In Hannover formiert sich Widerstand gegen die Parteiführung.

In Delmenhorst wollen die Piraten den dritten Anlauf unternehmen, um eine Kandidatenliste für die Landtagswahl 2013 aufzustellen. Bei den Parteitagen in Nienburg im April und Wolfenbüttel im Juli war das an Formfehlern gescheitert. Gegen die Beschlüsse von Wolfenbüttel gibt es mehrere Einsprüche, die meisten sollen erst nach dem Parteitag vom Schiedsgericht verhandelt werden.

Der Hannoveraner Carsten Schulz, einer der größten Kritiker des Parteivorstands, hat bereits angekündigt, notfalls vor einem ordentlichen Gericht gegen die Listenaufstellung zu klagen. Gegen Schulz und Volker Schendel, einen anderen Kritiker, laufen Parteiausschlussverfahren.

Andere Widersacher des Parteivorstands aus der Region Hannover wollen sich demnächst formell zu einer innerparteilichen Opposition zusammenschließen. „Wir erwarten, dass der Vorstand auch andere Meinungen anhört und mit den Mitgliedern redet“, sagte Wolf Liebetrau vom „Bridge Club“ dieser Zeitung. Er hält die Anfechtungen der Liste für richtig und fordert ein neues Aufstellungsverfahren.

Landeschef Andreas Neugebauer (Delmenhorst) sieht die Kritik gelassen. Es handele sich überwiegend um Leute, die es nicht auf die Landesliste geschafft hätten. „Am Sonnabend haben wir die Aufstellung durch.“