Die Universität von Budapest ist stolz auf ihre klangvolle Geschichte. Niemand sollte glauben, in dem osteuropäischen Land werde bei Plagiatsaffären mit anderen Maßstäben gemessen als in Deutschland. Dass der ungarische Präsident seine Doktorarbeit über weite Strecken abgeschrieben hat, ist ein starkes Stück. Er konnte unmöglich im Amt bleiben.
Seine Freunde von der Regierungspartei Fidesz wollten die Affäre zunächst aussitzen. Präsident Schmitt hatte sich stets loyal verhalten und war Ministerpräsident Orban beim Radikalumbau der Verfassung nicht in die Quere gekommen. Das sollte belohnt werden. Doch es war Widerstand in den eigenen Reihen, der den Plan durchkreuzte.
Schmitt galt als Parteigänger, der seine Karriere stets an der herrschenden Linie ausgerichtet hat. Aber anpassungsfähig zu sein, das reichte nicht aus gerade im Präsidentenamt. Da braucht es Souveränität. Wenn Schmitt nun gestolpert ist, so war die Plagiatsaffäre vielleicht der Anlass. Der Grund liegt tiefer im mangelnden Format.
@ Den Autor erreichen Sie unter
