Oldenburg - Die Planung einer umstrittenen Salzpipeline für Abwässer aus Kaliwerken in Hessen und Thüringen zur Nordsee geht voran. Die Landesregierung hat am Dienstag erstmals Kommunen und Naturschutzverbände im Nordwesten zu einem Raumordnungsverfahren nach Oldenburg eingeladen. Bei dem nichtöffentlichen Termin wurden erste Bedenken zu dem Projekt deutlich. Kritiker haben bereits im Vorfeld Ablehnung signalisiert. So befürchten Naturschützer Nachteile für das Wattenmeer, wenn jährlich Millionen von Kubikmetern salzhaltiger Lauge in der Nähe von Wilhelmshaven in die Nordsee fließen sollten.

Wieder offen ist nach der ersten Anhörung der Punkt, an dem die Pipeline in die Nordsee münden soll. Bisher war an eine Stelle in Hooksiel bei Wilhelmshaven gedacht worden. Dort werden bereits große Mengen Lauge eingeleitet, die beim Bau von Erdgasspeichern im nahen Etzel (Kreis Wittmund) anfallen. Nun sollten auch Alternativen wie die Wesermündung untersucht werden, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Dies könnte auch Auswirkungen auf den Verlauf der zwei bisher geplanten Trassen im Binnenland haben.

Naturschützer kritisierten zudem, dass es bisher keine Aussagen zur Gesamtbelastung des Jadebusens gibt, etwa durch Baggerarbeiten und Verklappungen. Fischer befürchten zudem, dass dort die empfindlichen Muschelzuchtanlagen geschädigt werden.

Die Gesamtbelastung der Küste sei durch Einleitungen von Salzlauge aus Gaskavernen und vom Steinkohlebergbau schon sehr hoch, hatte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) kürzlich die Pläne kommentiert. Für den Meeresschutz sollten schädliche Einleitungen möglichst schon beim Verursacher so weit wie möglich reduziert werden.

Am Mittwoch ist eine weitere Anhörung in Hannover geplant. Das eigentliche Raumordnungsverfahren soll erst Anfang 2015 beginnen.