Göttingen - Der Polizeieinsatz bei einem Abschiebeversuch in Göttingen hat ein Nachspiel. Die CDU und die Grünen im Landtag forderten eine Unterrichtung und eine Aufklärung. Die Stadt Göttingen wollte am Donnerstag einen Mann aus Somalia abschieben. Bei Auseinandersetzungen zwischen Unterstützern des Flüchtlings und der Polizei waren mehrere Menschen verletzt worden. Die Abschiebung wurde daraufhin abgebrochen.

Die Bilder des Einsatzes seien schockierend, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel. Es bestehe der Verdacht, dass mit nicht vertretbarer Härte vorgegangen worden sei. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Meta Janssen-Kucz, verlangte, „die Verantwortung und den Ablauf der Rückführungsaktion minutiös zu klären und Konsequenzen zu ziehen“. Der CDU-Landtagsabgeordnete Ansgar Focke (Ganderkesee) bezeichnete die Auseinandersetzungen als „Ergebnis realitätsfremder Asylpolitik von Rot-Grün“. Die Ankündigung von Abschiebeterminen führe dazu, dass Demonstranten eine Rückführung zu verhindern versuchten. Das ist Krawall mit Ansage“, sagte Focke . Die Kritik der Grünen sei „absolut scheinheilig“.

Die Polizei bekräftigte, dass Demonstranten den Zugang zur Wohnung versperrt und die Beamten attackiert hätten. Nachdem es zu Widerstand gekommen sei, hätten die Beamten körperliche Gewalt und Pfefferspray eingesetzt.