NWZ
im April vergangenen Jahres von der Cloppenburger SPD-Politikerin Gabriele Groneberg nach ihren Ausscheiden aus dem Bundestag wissen. „Ja und Nein“, hatte sie geantwortet, denn: „Das Abgeordnetenleben stellt einfach alles auf den Kopf.“ Und von einer Privatsphäre müsse man sich als Abgeordneter heute verabschieden. Aber natürlich habe sie noch den Ehrgeiz.Jetzt muss sich Groneberg ganz praktisch mit der Entscheidung befassen: Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass Garrelt Duin (Hinte) als Minister für Wirtschaft und Energie nach Nordrhein-Westfalen wechselt, hat die 56-Jährige die Möglichkeit, erneut in den Bundestag einzuziehen. Sie habe sich noch Bedenkzeit für die Entscheidung ausgebeten, informierte am Donnerstagabend der Geschäftsführer der SPD-Bezirks Weser-Ems, Olaf Abdinghoff-Feldkemper. Groneberg habe nun sieben Tage Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Groneberg selber war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dem Vernehmen nach soll sie erkrankt gewesen sein.
Erstmals war die Cloppenburgerin 2002 in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 scheiterte sie denkbar knapp: Die Landesliste der SPD in Niedersachsen zog bis zum 13. Platz, Groneberg stand auf dem 14. Gerade in ihrem Heimatort Cloppenburg hatte sie deutlich Federn lassen müssen.
Die 56-Jährige leitet die SPD-Regionalgeschäftsstelle in Oldenburg mit den lokalen Geschäftsstellen in Cloppenburg und Delmenhorst. Aus diesem Grunde hatte sie im März vergangenen Jahres auch ihr Mandat im Cloppenburger Stadtrat niedergelegt.
Sollte Groneberg auf ihr Mandat verzichten, kommt die Region Weser-Ems nicht zum Zuge in Berlin: Joachim Stünker aus Verden könnte den Platz einnehmen.
Geboren wurde die passionierte Motorradfahrerin Groneberg in Essen/Ruhr. Die gelernte Fremdsprachensekretärin hat elf Jahre im Ausland gelebt, ist geschieden und hat zwei Kinder.
