Hannover - Vertreter von SPD, Grünen und FDP im niedersächsischen Landtag können sich eine liberalere Friedhofsordnung nach dem Bremer Modell vorstellen. Allein die CDU will am traditionellen Friedhofszwang festhalten, ergab eine epd-Umfrage.
Als erstes Bundesland will Bremen das Verstreuen der Asche Verstorbener auf privaten Grundstücken und speziell dafür ausgewiesenen öffentlichen Flächen außerhalb von Friedhöfen erlauben. Allerdings muss im Herbst noch das Parlament des Landes Bremen, die Bürgerschaft, zustimmen.
Nach Ansicht des gesundheitspolitischen Sprechers der Grünen, Thomas Schremmer, sollten auch andere Orte als Friedhöfe für Beisetzungen möglich sein, sagte er. Er nannte die von Bremen geplante Reform eine gute Lösung.
Für die mit den Grünen regierende SPD sagte der Abgeordnete Marco Brunotte, es gelte, den Ansprüchen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden. Es gebe einen stärkeren Wunsch nach einer individuelleren Bestattungskultur. Gleich nach dem Ende der Sommerpause sei ein Treffen des SPD-Arbeitskreises „Soziales“ mit den Bremer Kollegen geplant, bei dem die neue Bremer Friedhofsordnung besprochen werden soll.
Auch der kirchenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Christian Grascha, sprach sich klar für eine Änderung des geltenden Rechtes aus: „Wir sind offen für eine weitere Liberalisierung.“ Entscheidend sei das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler (Berne) lehnte das Bremer Modell dagegen strikt ab: „Der Gedanke, die Asche der Toten nur bei Windstille im Garten verstreuen zu dürfen, ist geradezu bizarr.“ Wichtig sei, dass alle Bestattungen in einer würdigen Form geschehen, unterstrich Thümler.
