Hannover - Für die Landtagsabgeordneten könnte es bald eng werden. Nach der Sommerpause 2014 muss der komplette Landtag wegen der Sanierung des Plenarsaals umziehen. Der Übergangstagungsort ist zwar nur einen Steinwurf vom Leineschloss entfernt, doch das so genannte Forum im Cöllnhaus bietet wenig Platz. Drehstühle, Minitische und geringe Abstände zwischen den Sitzreihen, das könnte für noch mehr Unruhe in den Sitzungen sorgen.
„Es wird für die Abgeordneten enger“, sagte CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Berne), der in der ersten Reihe der Opposition bald drei statt einen Sitznachbarn wie bisher haben wird.
Der Umbau des maroden Plenarsaals soll drei Jahre dauern und insgesamt rund 40 Millionen Euro kosten – den Umzug ins „Forum“ eingeschlossen. Der Landtag hatte 2010 mit klarer Mehrheit einen Abriss des denkmalgeschützten Plenarsaals beschlossen, aus Angst vor den hohen Kosten später aber einen Rückzieher gemacht.
„Zeitliches Ziel ist eine Inbetriebnahme des neu gestalteten Plenarsaalbereichs möglichst noch im Jahr 2017“, sagte Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU). Dazu müsse das „Forum“ als provisorischer Plenarsaal bis Sommer 2014 hergerichtet werden. Zwischenzeitlich war auch über einen Umzug auf das Messegelände diskutiert worden.
„Wir finden es gut, dass die Baukommission sich für das günstige und praktischste Provisorium entschieden hat. Dafür sind wir auch gerne bereit, uns bei den Platzverhältnissen während der Bauzeit einmal etwas einzuschränken“, betonte FDP-Parlamentsgeschäftsführer Christian Grascha.
Zur großen Umzugskarawane gehören auch Mitarbeiter, Besucher und Journalisten. Die Landtagsverwaltung rechnet für den Umbau des „Forums“, das schlecht beleuchtet ist und eine problematische Akustik hat, mindestens ein Jahr ein.
Einige Abgeordnete haben immerhin einen kleinen Vorteil des Umzugs ausgemacht. Beim Dezember-Plenum sind es nur zwei Türen bis zum Weihnachtsmarkt.
