Ungewöhnlich deutlich unterstützt Angela Merkel bei der französischen Präsidentschaftswahl Nicolas Sarkozy. Obwohl der Amtsinhaber am Sonntag nur Zweiter geworden ist, verkündet sie unverdrossen ihre Präferenz für den Verbündeten in der Euro-Krise. Rechnet die Bundeskanzlerin nicht damit, dass nach der Stichwahl am 6. Mai François Hollande in den Élysée-Palast einzieht?
Merkozy gilt in Europa als erfolgreiches Führungsduo. Hollande dagegen hat nicht nur angekündigt, im Fall seines Sieges den mühsam vereinbarten Fiskalpakt neu verhandeln zu wollen. Der Sozialist fordert zudem Eurobonds.
Doch das muss die Kanzlerin nicht schrecken. Auch mit dem quirligen Sarkozy hatte sie sich erst anfreunden müssen. Hollande kann vor der Wahl viel versprechen. Entscheidend ist, was in harten Euro-Verhandlungen herauskommt. Das Diktat der Finanzmärkte lässt wenig Spielraum für parteipolitische Profilierung das haben auch die Sozialdemokraten in Berlin schon schmerzhaft erfahren.
@ Den Autor erreichen Sie unter
