Hannover/Emden - In Niedersachsen müssen immer mehr Arztpraxen schließen. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es zu wenig niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) legt deshalb erneut Förderprogramme auf, um neue Ärztinnen und Ärzte für die Niederlassung zu gewinnen. Ein Großteil der Förderungen liegt bei 60 000 Euro, erläutert KVN-Sprecher Detlef Haffke. Interessierte Mediziner sollen sich bei den jeweiligen KVN-Bezirksstellen bewerben.
Insgesamt 46 Hausärztinnen und Hausärzte, vier Hautärztinnen und Hautärzte (Dermatologen), drei Nervenärztinnen und Nervenärzte sowie eine Hals-Nasen-Ohrenärztin oder -arzt können die finanzielle Unterstützung erhalten. In Regionen, die vom Ärztemangel besonders hart betroffen sind, könne neben dem Zuschuss auch eine „Umsatzgarantie“ für acht Quartale beantragt werden. In diesem Fall erhöhe die KVN den Umsatz auf den landesweiten Durchschnittswert.
Förderungsfähige Hausarztsitze gibt es im Nordwesten in Cloppenburg, Emden, Friesoythe (Kreis Cloppenburg), Leer-Süd, Meppen und Quakenbrück (Kreis Osnabrück). Hautärzte und Neurologen werden besonders in den Landkreisen Wesermarsch, Nienburg, Holzminden, Diepholz und Delmenhorst gesucht. Aufgrund des demografischen Wandels fehlen immer mehr Hautärzte in ländlichen Regionen, erklärte Haffke. Zudem würden sich auch die Kommunen stärker engagieren, in dem sie etwa Medizin-Studierende oder die Niederlassung von Ärzten unterstützen würden.
Seit dem Jahr 2016 schreibt die KVN Niederlassungsförderungen aus. Bislang hätten 232 Praxen davon profitiert. Über elf Millionen Euro seien für Zulassungen und Anstellungen in Förderregionen ausgezahlt worden.
Prognosen zufolge sinkt die Anzahl der Hausärztinnen und -ärzte bis zum Jahr 2035 von derzeit 5200 auf rund 3750. Bei der fachärztlichen Versorgung werde es vor allem im ländlichen Raum starke Tendenzen in Richtung Unterversorgung geben. „Die Sicherstellung der Versorgung wird eine andere werden“, sagte der stellvertretende KVN-Vorsitzende Thorsten Schmidt.
