Am 24. November 2009 wurde der Beschluß des Heiligen Synod der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchen von der Kanonisation, von der Heiligsprechung, der ehrwürdigen Schwester Anastasia, Großfürstin Alexandra Petrovna, geb. Prinzessin von Oldenburg, (geb. 1838, gest. 1900), Gemahlin des Großfürsten Nikolaus Nikolajevic, Sohn Kaiser Nikolaus I., Tochter von Prinz Peter von Oldenburg verkündet.
Seit dem Zerfall der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Ukraine hat sich die Russisch-Orthodoxe Kirche in der Ukraine gespalten. Ein Teil der Kirche löste sich von dem Moskauer Patriarchen und schuf eine selbständige Ukrainische Kirche, während der andere Teil beim Moskauer Patriarchen verblieb. Das von der Großfürstin Alexandra gegründete Nonnenkloster untersteht weiterhin der Russischen Kirche. Durch die Politik ist ein unnötiges Schisma innerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirche entstanden.
Heiligsprechung
Während der Vorgang der Selig-, bzw. Heiligsprechung bei der katholischen Kirche auch mit den Worten: Zur Ehre der Altäre erhoben bezeichnet wird, heißt es bei der Russisch Orthodoxen Kirche: Hinzugezählt zum Kreis der Heiligen.
Auch in der Russisch-Othodoxen Kirche gibt es zwei Stufen der Heiligsprechung, wobei die erste Stufe der Heiligsprechung nur für einen örtlichen Bereich gilt, in dem die Erwählte wegen ihres segensreichen Wirkens hoch verehrt, und deshalb zum Kreis der Heiligen hinzugezählt wird. Nach Jahren kann die Verkündung der Heiligsprechung auch im gesamten Gebiet der Russisch Orthodoxen Kirche erfolgen.
Für die Entscheidung maßgebend waren insbesonders folgende Beweggründe:
Nach eingehender Würdigung der Vita, des Heiligenlebens, ihres mühevollen Wirkens und auch aufgrund der im Volk so lebendigen hohen Achtung der selbstlosen und gottesfürchtigen Schwester Anastasia (geb. Prinzessin von Oldenburg) hat der Heilige Synod der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchen den Entschluß gefaßt, zu segnen die örtliche Verherrlichung und Achtung, zu genehmigen und zu sanktionieren eine Ikone mit dem Bild der Heiligen. Die Gebeine der Heiligen sind heilige Reliquien.
Das jährliche Gedenken der Heiligen, Ehrwürdigen Anastasia erfolgt jeweils am Donnerstag der heiligen Nachosterwoche und am 2. November.
Soweit der Text der Bekanntmachung.
Nachdem mich im November 2009 diese unerwarteten Neuigkeiten erreicht hatten, klingelte Mitte Januar diesen Jahres mein Telefon. Eine Nonne des Heilige-Maria- Schutz-Kloster aus Kiew, Ukraine, rief an, um mitzuteilen, daß am Sonntag, den 24. Januar 2010 mit einem feierlichen Gottesdienst in der Nikolai-Kirche des Klosters die Heiligsprechung der Schwester Anastasia, der Gründerin des Klosters, begangen werden soll. Zu dieser Feier lud sie meine Frau und mich nach Kiew ein. Es folgte darauf noch eine schriftliche Einladung per Fax.
Da im Januar bekanntlich in ganz Europa der Flugverkehr infolge des Schneewinters erheblich gestört war, hatten wir unsere Teilnahme an der Feier abgesagt und einen späteren Besuch des Klosters in Aussicht gestellt.
Der Gottesdienst wurde geleitet von dem Metropoliten von Kiew, der von einigen Erzbischöfen bzw. Bischöfen unterstützt wurde. Zu Tausenden waren die Menschen zum Kloster herbeigeströmt, um bei diesem emotionalen Ereignis dabei zu sein, wie man in den Aufzeichnungen im Internet beobachten konnte.
Wer war die Großfürstin Alexandra? Sie wurde 1838 in Sankt Petersburg als älteste Tochter des Prinzen Peter Georgevic von Oldenburg und dessen Gemahlin Therese, geb. Prinzessin von Nassau, geboren. Ihr Vater, Prinz Peter war ein Enkel von Herzog Peter Friedrich Ludwig und der Sohn des Prinzen Georg, des jüngeren Bruders von Großherzog Paul Friedrich August. Alexandra heiratete 1856, nachdem sie zuvor zum orthodoxen Glauben übergetreten war, den Großfürsten Nikolaus Nikolajevic, einen Sohn des Zaren Nikolaus I. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor, Nikolaus und Peter. Im ersten Weltkrieg befehligte ihr Sohn Nikolaus als Oberkommandierender die russischen Truppen.
Von dem zweiten Sohn gibt es noch heute Nachkommen, u. a. die Brüder Fürst Nikolai (geb. 1922) und Fürst Dimitri Romanov (geb. 1925), wobei Nikolai als gewählter Hauschef der verbliebenen Romanovs amtiert und sein jüngerer Bruder Dimitri den Romanov-Sozialfond für Rußland leitet.
Großfürstin Alexandra
Im Jahre 1859 hatte Großfürstin Alexandra mit ihrem Vater in Petersburg das Pokrovskij (Maria-Schutz-) Krankenhaus und die Gesellschaft der Mildtätigen Schwestern gegründet. Das
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