Remlingen/Salzgitter - Mit dem Atommülllager Asse und dem geplanten Endlager Schacht Konrad besucht Bundesumweltministerin Svenja Schulze in dieser Woche gleich zwei umstrittene Einrichtungen in Niedersachsen. Bei dem zweitägigen Antrittsbesuch am Donnerstag und Freitag will sich die SPD-Politikerin vor Ort informieren und mit Betroffenen sprechen.

In der Asse in Remlingen bei Wolfenbüttel lagern seit mehr als 50 Jahren rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Weil täglich Wasser in das marode Bergwerk eindringt, gibt es den gesetzlichen Auftrag, die Asse II unverzüglich stillzulegen. Die Abfälle sollen zurückgeholt werden, wenn das radiologisch und sicherheitstechnisch möglich ist.

Schacht Konrad in Salzgitter ist Deutschlands erstes atomrechtlich genehmigtes Endlager. In dem ehemaligen Eisenerzbergwerk entsteht seit einigen Jahren unter besonderen Bedingungen ein Lager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll.

Beide Vorhaben werden seit Jahrzehnten von Bürgerinitiativen kritisch begleitet, die vor der Gefährlichkeit warnen. Außerdem fordern Kritiker, dass die Öffentlichkeit endlich besser in den Prozess eingebunden wird.

Bei Ministerbesuchen aus dem Bund und Land betonen sie seit Langem, dass sie genug warme Worte gehört haben und die Politiker an konkreten Ergebnissen messen wollen.

Ende 2018 hatte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) die Asse besucht und als ein „Milliardenprojekt von zentraler Bedeutung“ bezeichnet. Das Konzept für Schacht Konrad hatte er im August als „durchdacht“ und „genau den richtigen Weg“ bewertet.