Hannover - Die Frist für Vermieter und Hausbesitzer in Niedersachsen läuft ab. Wer bis zum Stichtag 1. Dezember alte Bleirohre bei den Wasserleitungen nicht ausgetauscht hat, macht sich nach Angaben des Sozialministeriums strafbar. Ab diesem Zeitpunkt gelten in Deutschland strengere Normen. Schlimmstenfalls kann dann sogar die Nutzung der Wohnung untersagt werden.

In vielen Häusern, vor allem in Nord- und Ostdeutschland, wurden bis zu einer Änderung der DIN-Norm 1973 bleihaltige Rohre eingebaut. Im Süden der Republik waren sie schon früher verbannt. Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) schätzt, dass rund fünf Prozent der zwei Millionen Wohnungsbauten in Niedersachsen betroffen sind.

Rundt forderte Familien mit Kindern sowie junge Frauen als besonders gefährdete Risikogruppen auf, ihr Trinkwasser auf Blei testen zu lassen. Das Land bietet dafür ab sofort über die örtlichen Gesundheitsämter kostenlose Tests an. Dort würden auch die Probenahme-Sets samt schriftlicher Gebrauchsanleitung ausgegeben. Die Wasserproben gehen per Post an das Labor des niedersächsischen Landesgesundheitsamts, das die jeweilige Bleikonzentration ermittelt. Für den Rest der Bevölkerung koste das Set rund 15 Euro, sagte Rundt

Die Ministerin verwies darauf, dass Blei und seine Verbindungen giftig seien, egal ob sie über den Mund, die Atemwege oder die Haut in den Körper gelangten. Oft gebe es schleichende Schäden durch eine unbemerkte, regelmäßige Aufnahme. Vor allem bei Kindern könne die geistige Entwicklung zurückbleiben. Einige Bleiverbindungen wirkten auch krebserregend.