ROSDORF - Für rückfallgefährdete Straftäter wird auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf bei Göttingen ein komfortabler Neubau errichtet. Die 39 Sicherungsverwahrten in Niedersachsen sollen dort im Mai 2013 einziehen, sagte Justizminister Bernd Busemann (CDU) am Donnerstag beim ersten Spatenstich.
Spätestens ab 31. Mai 2013 müssen Sicherungsverwahrte nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts besser untergebracht sein als Strafgefangene. Wenn die Frist nicht eingehalten werde, sei zu befürchten, dass Verwahrte entlassen werden müssten, obwohl sie noch gefährlich seien, sagte der Minister.
Anders als eine Freiheitsstrafe dient die Sicherungsverwahrung nicht der Sühne der Schuld eines Straftäters. Vielmehr soll die Bevölkerung vor gefährlichen Tätern geschützt werden, die ihre Strafe abgesessen haben, aber kein Fall für die Psychiatrie sind.
In dem 12,5 Millionen Euro teuren Neubau entstehen 45 jeweils rund 20 Quadratmeter große Apartments für die rückfallgefährdeten Schwerverbrecher. Sie sind damit mehr als doppelt so groß wie herkömmliche Haftzellen.
Der Neubau werde in Rosdorf gebaut, weil dort die modernste und sicherste Vollzugseinrichtung des Landes stehe, sagte Busemann. Die Zahl der Sicherungsverwahrten in Niedersachsen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich geringfügig steigen, sagte Ministeriumssprecher Jörn Westermann. „Wir gehen aber davon aus, dass die 45 Plätze in Rosdorf ausreichen.“ Bislang sind Sicherungsverwahrte in Niedersachsen vorwiegend in der JVA Celle untergebracht. In dem Gebäude ist eine Unterbringung nach den neuen Kriterien aber nicht möglich.
