ROSTRUP - Zu einem „Schnellschuss“ wird es nicht kommen. Das ist der gemeinsame Nenner, auf den sich die Meinungen der Fraktionen des Gemeinderates Bad Zwischenahn beim Thema Nachnutzung des Bundeswehrgeländes in Rostrup bringen lässt. Auf einer Bürgerinformation vor knapp zwei Wochen war keines der drei vorgestellten touristischen Nutzungskonzepte auf Zustimmung gestoßen.

Das hatten die Fraktionen zum Anlass genommen, sich noch einmal fraktionsintern mit dem Thema zu befassen. Während die größte Ratsfraktion (CDU) noch eine konsensfähige Lösung anstrebt, wird die SPD konkreter. Eine „gewissenhafte Entscheidung“ über die Nachnutzung könne nicht mehr 2010 gefällt werden, heißt es.

Eigentlich soll der Rat Anfang November für eines der drei Nutzungskonzepte stimmen. Die Sozialdemokraten wollen nun von der Verwaltung geprüft bekommen, wie hoch die Gesamtkosten für Erwerb, Rückbau und Entmunitionierung wären. Der Hintergrund: Stimmen aus Reihen der Hoteliers waren laut geworden, die forderten eine Stiftung zu gründen – mit dem Zweck, das Grundstück zu erwerben.

Von solchen Vorstößen rät der FDP-Fraktionschef Dr. Georg Kolbow ab: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht selbst schaden. Wir dürfen das Bieterverfahren nicht kaputt machen.“ Die Variante, dass die Gemeinde als Käufer auftritt, hält er sogar für fatal.

Kolbow bekommt Rückendeckung aus dem Kreishaus. Der Erste Kreisrat Thomas Kappelmann kündigt an, dass bei der derzeitigen Schuldenlage Bad Zwischenahns jede Kreditaufnahme von der Kommunalaufsicht genauestens durchleuchtet werde.

Die Grüne Ratsfraktion spricht sich für eine „der Natur angepassten Bebauung“ aus. Der Freie-Wähler-Ratsherr Wolfgang Sindermann fordert, was viele Zwischenahner denken: „Wir brauchen ein Konzept, um Bad Zwischenahn für alle Generationen interessant zu machen.“

Die Bundeswehr hatte das rund 36 Hektar große Gelände vor zwei Jahren aufgegeben.