Lohne - Die Firma Wiesenhof will trotz des Großbrandes in ihrem Geflügelschlachtbetrieb die Zahl der Arbeitsplätze in Lohne offenbar erhalten. Das gab Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach einem einstündigen Gespräch mit der Eigentümer-Familie Wesjohann am Mittwoch bekannt.

„Ich freue mich, dass Wiesenhof den Wiederaufbau betreiben und die gleichen Kapazitäten wie vor dem Brand aufbauen will“, erklärte der Ministerpräsident nach dem Besuch der Unglücksstätte. „Ein schlimmer Schlag für das Unternehmen. Mein Mitgefühl gilt aber auch den Mitarbeitern“, sagte er.

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Vor dem Brand seien „auf dem Areal“ in Lohne rund 1500 Arbeitsplätze gewesen. „Rund 750 Mitarbeiter nehmen in den nächsten Tagen ihre Beschäftigung wieder auf“, erfuhr Weil von der Unternehmer-Familie. Geprüft werde, ob Mitarbeiter auch anderweitig beschäftigt werden könnten. Auch sei der Arbeitsmarkt in der Region aufnahmebereit. Er regte einen Runden Tisch mit Unternehmensführung, Landesregierung, Landkreis, Stadt und Tarifpartner an, um möglichst viele Arbeitsplätze in Lohne zu erhalten.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, Sande) erwartet, dass der Wiederaufbau „ein oder zwei Jahre“ dauert. „Viel hängt natürlich von den Geschäftskunden ab“, sagte er im NWZ -Interview. „Die Landesregierung wird den Prozess unterstützen mit Gesprächen, um Maßnahmen abzuklären und Brücken zu schlagen“, betonte der Minister.

Der CDU-Kreisverband Vechta und der CDU-Landesverband Oldenburg sicherten Wiesenhof Unterstützung der Union zu. „Aktionen von Weil und Lies sind keine wirkliche Hilfe“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Problem sei Agrarminister Christian Meyer (Grüne) und dessen verfehlte Landwirtschaftspolitik.