Leer - Sanitäter aus dem ostfriesischen Leer sind am Mittwoch in die Krisenregion ins westafrikanische Mali aufgebrochen. Sie sollten nach Bundeswehrangaben am Nachmittag vom Kölner Flughafen Wahn starten.
Ausrüstung unterwegs
40 Soldaten vom Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“, sechs Sanitäter aus Österreich und drei aus Ungarn sollen ein Luftlande-Rettungszentrum in Koulikoro betreiben. Daneben ist die Ausbildung malischer Soldaten zu Ersthelfern geplant. Feldlazarett, Fahrzeuge und andere Ausrüstung sind bereits auf dem Luftweg nach Mali.
In Mali kämpfen französische Truppen seit Jahresbeginn mit Hilfe afrikanischer Einheiten gegen islamistische Rebellen. Die Kleinstadt Koulikoro liegt außerhalb der gegenwärtigen Kampfgebiete, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Der Kommandeur der Sanitätstruppe, Generalarzt Michael Tempel, rechnet nicht mit Kampfhandlungen.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Montag bei einem Besuch in Mali Vorsicht und Geduld bei den internationalen Bemühungen für eine Befriedung des Landes angemahnt. Das sei eine gewaltige Aufgabe, die langen Atem brauche. Befürchtet wird, dass die insgesamt 550 EU-Soldaten Ziel von Selbstmord-Anschlägen werden könnten.
15 Monate Aufenthalt
Der Bundestag hatte Ende Februar den Einsatz von bis zu 330 deutschen Soldaten für die EU-Trainingsmission in Mali beschlossen. Geplant ist bislang ein Zeitraum von 15 Monaten. Bereits seit Januar leistet die Bundeswehr mit drei „Transall“-Transportflugzeugen logistische Unterstützung für den Kampfeinsatz französischer und afrikanischer Truppen. Daneben betankt ein Spezialflugzeug französische Kampfjets.
