SCHORTENS/HANNOVER - Der entscheidende Tipp kam aus Bayern an das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover. Dort stießen Internet-Ermittler der Polizei auf die Spuren eines 55 Jahre alten Mannes aus Schortens (Landkreis Friesland), der sich kinderpornografische Bilder aus dem Netz auf den eigenen Computer heruntergeladen hatte und auch anderen Computernutzern zugänglich gemacht hatte.
Bei einer Untersuchung des Computers fand die Polizei – wie berichtet – 12 000 Kinderporno-Bilder – „eine ungewöhnliche Größenordnung“, kommentiert Staatsanwältin Kathrin Söfker aus Hannover. Besonders brisant ist nach Ansicht der Ermittler die Tatsache dass der Verdächtige beruflich viel mit Kindern zu tun hatte. Er fuhr für ein Taxiunternehmen Kinder zur Schule.
Bereits nach den ersten Ermittlungen informierte die Polizei dann auch den Landkreis Friesland, der das betroffene Taxiunternehmen am 26. Februar anwies, den Verdächtigen nicht mehr mit Schulfahrten zu beauftragen. In den kommenden Wochen sollen zwei weibliche Kripo-Beamte der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland ermitteln, ob der Mann möglicherweise Kinder auf den Fahrten zur Schule sexuell belästigt hat. Bislang hat die Staatsanwaltschaft dafür keine konkreten Hinweise. Wie Staatsanwältin Söfker dieser Zeitung mitteilte, wurden die Untersuchungen „von Amts wegen“ eingeleitet. Eine Befragung der betroffenen Kinder soll nun Klarheit bringen.
