Nicht nur im Irak werden unliebsame Politiker mit Schuhen beworfen. In Hannover flog bei einer Demo mindestens ein Sportlatschen in Richtung von Finanzminister Hartmut Möllring. Anlass war allerdings nicht die in dieser Woche nachgeholte Weihnachtsfeier des Ministerbüros, sondern der Unmut von 900 Straßenwärtern über die harte Haltung der Länder im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. Der Schuhwerfer zielte allerdings so weit an Möllring vorbei, dass dieser von der Attacke nichts mitbekam. Er habe sich nicht bedroht gefühlt, kommentierte der CDU-Politiker gewohnt lässig.

Einem alten Polithasen wie Walter Hirche macht so schnell niemand etwas vor. Kurz vor Ende seiner Karriere hat der Wirtschaftsminister die lästige Landtags-Opposition noch einmal so richtig übertölpelt. SPD und Grüne hatten sich darüber aufgeregt, dass der FDP-Politiker nach seinem Ausscheiden am 18. Februar noch auf Staatskosten an der Spitze eine Wirtschaftsdelegation in die USA reisen wollte. Also verzichtete Hirche offiziell zugunsten von Staatssekretär Stefan Kapferer. Weil beteiligte Unternehmen für das Ticket zusammengelegt haben, kann der Minister jetzt doch fliegen. Drei mal darf man raten, wer die Delegation anführen wird.

Seinen Job als Landeschef der Grünen hat Raimund Nowak an den Nagel gehängt. Die Aktivitäten des politischen Gegners wird er aber weiter beobachten. Nowak wohnt in Sichtweite der Staatskanzlei – und da residiert ja bekanntlich Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Als Wulff Regierungschef geworden sei, habe das Licht abends lange gebrannt, erzählte Nowak. „Jetzt wird es immer früher Dunkel in der Staatskanzlei.“ Woraus der Grüne auf mangelnden Arbeitseifer der schwarz-gelben Landesregierung schließt. Kleiner Trost für Wulff. Bei seinem SPD-Amtsvorgänger Sigmar Gabriel sei es genau so gewesen – sagt Nowak.