Diepholz - Die Polizei hat ihre Sonderkommission zum Überfall früherer RAF-Terroristen auf einen Geldtransporter in Stuhr bei Bremen aufgelöst. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Der hohe Personaleinsatz einer Soko wird aber nicht mehr benötigt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden am Montag zur Begründung. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Die Polizei in Diepholz gehe den mehr als 400 Hinweisen zu dem Überfall auf dem Parkplatz eines Supermarkts im Juni 2015 weiterhin nach. Eine heiße Spur sei bisher jedoch nicht darunter gewesen, sagte der Behördensprecher.

Polizei bekommt viele Hinweise zum RAF-Helfer, Artikel vom 10. März

Überfall durch RAF-Leute „hätte viel schlimmer kommen können“, Artikel vom 20. Januar

Drei Maskierte hatten im vergangenen Sommer auf einen Geldtransporter in der kleinen Gemeinde am Rande Bremens geschossen. Der Überfall scheiterte jedoch, das Trio flüchtete ohne Beute. Die DNA-Spuren vom Tatort konnten Experten später den mutmaßlichen Ex-RAF-Mitgliedern Daniela Klatte, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg zuordnen. Diese sollen nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft 1993 einen Sprengstoffanschlag auf ein im Bau befindliches Gefängnis im hessischen Weiterstadt verübt haben. Sie sind seit Jahrzehnten untergetaucht.

Drei Tage nach dem Überfall in Stuhr richtete die Polizei die Soko „Real“ ein. Zahlreiche Zeugen hatten die mit Schnellfeuergewehren und einer Panzerfaust bewaffneten Täter gesehen. Auch das Fluchtauto konnten die Fahnder später sicherstellen. Im vergangenen Dezember schlug das Trio in Wolfsburg vermutlich erneut zu. Es soll dort ebenfalls erfolglos einen Geldtransporter angegriffen und am Tatort DNA-Spuren hinterlassen haben. Die Ermittler gehen in beiden Fällen nicht von einem terroristischen Motiv aus. Vielmehr ging es den Tätern wohl ums Geld.