WILHELMSHAVEN - Neue Chancen in Arbeit, Beruf und
Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen sieht die
Bundesbeauftragte Karin Evers-Meyer (SPD) durch die UN-Konvention.
Der von der Bundesregierung als eine der ersten unterzeichnete
Vertrag garantiert diesen Menschen Förderung und gleichberechtigte
Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, sagt die
Bundestagsabgeordnete. Sie werde sich dafür einsetzen, dass
Deutschland bei der Ratifikation dieser Konvention und der
Verwirklichung ihrer Vorgaben als Vorbild vorangehe.
Als ersten Schritt müssen wir unsere Position als Schlusslicht
beim gemeinsamen Schulbesuch und der Berufsausbildung von Menschen
mit und ohne Behinderungen loswerden. Es sei beschämend, dass ein
Land mit diesem Wirtschaftspotenzial nur 12 Prozent der Kinder mit
Behinderungen gemeinsam mit nicht behinderten unterrichte. In den
nördlichen und westlichen Nachbarländern liege diese Zahl bei 80
Prozent und mehr. Besonders traurig bin ich, dass mein Niedersachsen
als einziges Bundesland immer noch kein
Behindertengleichstellungsgesetz hat, sagt die Politikerin aus
Wilhelmshaven.
Bislang vernachlässigten viele Ministerpräsidenten die Anliegen
ihrer gehandicapten Bürger. Das werde sich mit der Ratifikation der
Konvention ändern, glaubt Evers-Meyer. Der Vertrag verlangt die
Abschaffung von Barrieren beim Zugang zu Gebäuden, Bahnen, Bussen
Schiffen und Flugzeugen. Auch müssten die Regierungen die Wirtschaft
dazu anhalten, ihre Produkte und Dienste für alle Menschen
gleichermaßen erkennbar, erreichbar und benutzbar anzubieten. Ich
hoffe sehr, dass Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU),
die die Schritte zur Verwirklichung der Chancengleichheit
koordiniert, auch Initiativen für Menschen mit Behinderungen
vorlegt.
