„Streichkonzert mit Paukenschlag“, Ð vom 25. November 2010
Was treibt die Jader Sozialdemokraten zu solch einer Vorgehensweise? Wenn es lediglich die offensichtlich gestörte Wechselbeziehung zwischen Landkreis Wesermarsch und der Gemeinde Jade betrifft – nun denn!
Schlimmer hingegen die Forderungen, die sich gegen die Bürger unmittelbar richten. Grundschulen zusammenzulegen ist eventuell nötig, wenn die Kinderzahlen keine andere Möglichkeit mehr zulassen. Aber aus finanziellen Gründen pädagogische Vorteile kleinerer Schulen (...) aufgeben? SPD-Bildungspolitik wird sonst anders definiert.
Interessant – weil ebenfalls nicht sozialdemokratisch – der Ruf nach Privatisierung. Immer auf die Kleinen? Man nehme beispielsweise die im Dienste der Gemeinde tätigen Frauen im Reinigungsbereich, ohnehin nicht gerade „Spitzenverdienerinnen“; ihnen wird die Kündigung ausgesprochen. Anschließend landen sie bei privaten Reinigungsunternehmen (...). Ähnliches gilt auch für den gemeindlichen Bauhof. Dort sorgen die Mitarbeiter häufig für schnelle Erledigung von Missständen, sind also flexibel und sofort für die Gemeindebürger verfügbar. Haben wir z.B. den letzten Winterdienst schon vergessen? (...)
Fast komödiantische Züge hat der Vorschlag zu Gemeindefusionen! (...) Man fordert damit ja auch gleichzeitig Kreisreformen ein. (...) Meint man denn ernsthaft, die Landkreise Friesland oder Ammerland (...) und warten geradezu darauf, eine defizitäre Gemeinde in ihre „Hoheitsgebiete“ einzugliedern? (...)
Da die anderen Ratsfraktionen den SPD-Vorschlägen zustimmen, könnten allerdings die Personalkosten tatsächlich gesenkt werden. Wie? Nun, der Gemeinderat könnte sich selbst auflösen und den Bürgermeister in den Ruhestand versetzen, (...) die Gemeinde Jade soll es nach dem Willen der Ratsmehrheit ja (...) bald nicht mehr geben.
Maik Weden, 26316 Varel-Büppel
