SPIEKEROOG/OLDENBURG - SPIEKEROOG/OLDENBURG - Nach dem Tod ihres einzigen Ehrenbürgers, Johannes Rau, wollen die Einwohner von Spiekeroog nicht nur von Herzen um ihn trauern, sondern ihm auch ein Denkmal setzen. In seiner nächsten Sitzung wird sich der Rat der Gemeinde damit befassen, wie man auch äußerlich die Erinnerung an den ehemaligen Bundespräsidenten auf der Insel manifestieren kann. Denn in ihrem Inneren werden die Insulaner ihren Ehrenbürger ohnehin nicht vergessen. „Der Tod von Johannes Rau bedeutet für uns alle hier einen großen Verlust“, sagte Spiekeroogs parteiloser Bürgermeister Manfred Hülstede am Wochenende der NWZ . Als bescheidener, geradliniger Mensch sei er bei allen beliebt gewesen. Wenn er allein oder mit Frau und Kindern von seinem Ferienhaus aus durch den Ort gegangen sei, habe er sich nie abgekapselt. Andererseits hätten die Insulaner ihren hohen Gast aber auch nie bedrängt, „weil sie wussten, wie nötig er die Erholung hatte“.

Seiner großen Leidenschaft, dem Skat, frönte Rau auch auf der Insel. Die fröhliche Männerrunde u.a. mit dem ehemaligen Kurdirektor Arno Kuhlmann wird die zünftigen Skatabende in der „Dünenklause“ sehr vermissen. Die Verbundenheit zu ihrem Ehrenbürger können die Spiekerooger bereits seit dem Wochenende ausdrücken, indem sie sich in das in der „Kogge“ ausliegende Kondolenzbuch eintragen. Eine Rats-Abordnung wird sich am 7. Februar zu der Trauerfeier nach Berlin aufmachen, wenn es das Protokoll zulässt.

In Wittmund gibt es bereits seit 2005 eine „handfeste“ Erinnerung an Rau. In der „Hands of fame“ sind seine Handabdrücke ebenso verewigt wie die von Ministerpräsident Christian Wulff, Joschka Fischer und Fußball-Idol Uwe Seeler.

Der Vorsitzende des SPD-Bezirks Weser-Ems, Garrelt Duin, sagte bei einer Vorstandssitzung in Oldenburg, die Region habe mit Rau einen „gern gesehenen Gast und Förderer“ verloren.