[SPITZMARKE]LANGFöRDEN/STADE - LANGFÖRDEN/STADE/DPA - Die von der Bundesregierung angestrebte Beschäftigung deutscher Arbeitsloser bei der Ernte hat bei Niedersachsens Obst- und Gemüsebauern Kritik ausgelöst. Sie bezweifeln, dass sich genügend deutsche Arbeitskräfte als Ersatz für Ausländer finden lassen. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre sprechen eindeutig dagegen“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der niedersächsischen Spargelanbauer Dietrich Paul. Die Bundesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass künftig nur noch 80 Prozent der im Jahr 2005 beschäftigten 325000 Ausländer ohne Prüfung bei der Ernte helfen dürfen.

Zusätzlich zehn Prozent Ausländer dürfen beschäftigt werden, wenn für die Tätigkeit kein inländischer Erwerbsloser gefunden werden kann. „Das kann zu einer Wachstumsbremse in einem sich dynamisch entwickelnden Wirtschaftszweig werden“, sagte der Leiter der Versuchs- und Beratungsstation für Obst- und Gemüseanbau in Langförden (Kreis Vechta), Rudolf Faby. Die neuen Regeln schlössen zudem die Erweiterung von Anbauflächen und Neugründungen mit Erntehelferbedarf praktisch aus. Bereits in der Regierungszeit von Kanzler Kohl (CDU) habe die Landwirtschaft enttäuschende Erfahrungen mit deutschen Saisonarbeitskräften gemacht, sagte Faby.