[SPITZMARKE]OLDENBURG -
In Esenshamm in der Wesermarsch deckte der Tornado damals Dächer ab und wehte ein Auto in den Graben. In etlichen Landkreisen wurden Bäume entwurzelt.
OLDENBURG/DPA - Zwei Wochen nach dem tödlichen Tornado im Hamburger Süden gibt die Wetterlage vom 27. März den Meteorologen noch immer Rätsel auf. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia haben die Analysen für diesen Tag bisher mindestens sechs Tornados in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ergeben.Weitere Fälle würden noch untersucht. Die Zahl könne sich durchaus noch erhöhen. Bei dem starken Unwetter in Hamburg-Harburg waren zwei Bauarbeiter getötet worden, als ihre Kräne von einem Wirbelsturm umgeweht wurden. „Selten gab es so viele Tornados auf so engem Raum in Deutschland. Wir können derzeit kaum unterscheiden, welche Meldung und welches Foto zu welchem Wirbel gehört“, sagte Thomas Sävert, Tornadoexperte beim Meteomedia, am Montag.
Sävert sammelt alle Berichte von Augenzeugen und versucht, sie den einzelnen Fällen zuzuordnen. Tornados treten nach den Worten des Meteorologen in Deutschland viel häufiger auf als bisher gedacht. „Da die Tornadoforschung in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es noch keine verlässliche Statistik“, betonte Sävert, der von 20 bis 40 Tornados im Jahr ausgeht. Hinzu komme eine gewisse Dunkelziffer. „Allein 2003 hatten wir mindestens 45 Tornados in Deutschland, im letzten Jahr waren es mehr als 30, und zahlreiche Untersuchungen sind noch längst nicht abgeschlossen“, sagte der Experte.
