Hannover - Warfen die umstrittenen Promi-Partys („Nord-Süd-Dialog“) der Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg doch nicht so viel Gewinn ab wie vermutet? Die Antwort könnte Einfluss haben auf den Korruptionsprozess gegen Ex-Regierungssprecher Olaf Glaeseker und Party-Manager Manfred Schmidt. Bisher wurde Glaeseker vorgeworfen, für die Akquise zahlungskräftiger Sponsoren von Party-Veranstalter Schmidt mit Freiurlauben und -flügen belohnt worden zu sein. Das wäre Bestechlichkeit und Bestechung.

Die Verteidigung der beiden Angeklagten will mit Hilfe von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern eine Gegenrechnung zur Sicht der Staatsanwaltschaft aufmachen. Danach gab es bei den Promi-Sausen für ein paar Tausend Gäste teilweise ein Minus und der Party-Macher Schmidt erhielt eine Pauschale – unabhängig von Gewinn oder Verlust.

Für die Sponsoren der drei Partys zwischen 2007 und 2009 – namhafte Unternehmen aus den beiden Bundesländern – spielte die Kostenkalkulation keine Rolle. Sie gaben oft 20 000 Euro, „weil die Veranstaltungen ein Erfolg waren“, wie sich Zeugen jetzt vor Gericht erinnerten.