Hannover - Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingskindern will Niedersachsen die Sprachförderung in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen ausbauen. Notwendig dafür sei finanzielle Hilfe vom Bund, sagte die Landeskultusministerin Frauke Heiligenstadt.

Die Ministerin schlägt vor, dass der Bund sein Programm „Sprach-Kitas“ aufstockt. Aktuell profitieren von diesem Programm landesweit rund 330 der etwa 5000 Kitas. Sie bekommen eine halbe Stelle Sprachförderung zusätzlich finanziert.

Niedersachsen rechnet mit etwa 30 000 minderjährigen Flüchtlingen. Davon könnten nach Schätzungen knapp 10 000 jünger als sechs Jahre alt sein. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hält aufgrund der Flüchtlingskinder Zehntausende neue Kita-Plätze für notwendig. Die SPD-Politikerin erwartet bundesweit aufgrund des Flüchtlingszustroms rund 68 000 zusätzliche Kita-Kinder.

Das Land Niedersachsen will der Kultusministerin zufolge die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld für die frühkindliche Bildung einsetzen. Für 2016 seien dies rund 30 Millionen Euro. Die als „Herdprämie“ kritisierte Zahlung an Eltern, die ihren unter-dreijährigen Nachwuchs zu Hause betreuen, war vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden.