Hannover - Bettina Wulff soll in einem Korruptionsprozess gegen ihren Ehemann, Ex-Bundespräsident Christian Wulff, als Zeugin aussagen. Die 39-Jährige werde von der Staatsanwaltschaft Hannover als eine von insgesamt 25 Zeugen benannt, berichteten verschiedene Medien. Sollte das Landgericht Hannover die Anklage gegen Wulff zulassen, müsste sie wohl vor Gericht erscheinen. Sie lebt zwar seit Januar diesen Jahres von ihrem Mann getrennt, könnte aber als Ehefrau weiterhin von ihrem Recht auf Zeugnisverweigerung Gebrauch machen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Freitag Anklage gegen Wulff wegen Bestechlichkeit erhoben. Hintergrund ist seine Verbindung zum Filmproduzenten David Groenewold, der 2008 einen Teil der Kosten für einen Oktoberfest-Besuch der Wulffs in München übernommen hatte. Wulff warb später bei Siemens für ein Filmprojekt Groenewolds.

Nach Angaben der „Bild am Sonntag“ spricht die Staatsanwaltschaft dem früheren Bundespräsidenten jede Glaubwürdigkeit ab. In der Anklageschrift werde Wulff vorgeworfen, Sachverhalte frei erfunden und nachträglich konstruiert zu haben.

Im ihrem eigenen Rechtsstreit gegen den Internet-Konzern Google will Bettina Wulff ihren Prozesstermin verschieben lassen – ursprünglich sollte am 26. April diesen Jahres in Hamburg verhandelt werden. Sie will mit ihrer Klage verhindern, dass beim Suchen ihres Namens über die Suchmaschine automatische Erweiterungen wie „Rotlichtvergangenheit“ oder „Escort“ vorgeschlagen werden. Nun soll zunächst eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs in einem ähnlichen Fall abgewartet werden.