Oldenburg - Diese Nachricht schlug am Freitagmittag in der Oldenburger Tuning-Szene ein „wie eine Bombe“, heißt es dort: Vom 1. bis 31. Mai sind deren Treffen im gesamten Stadtgebiet verboten. Gibt es trotzdem Ansammlungen „von mehr als zehn“ modifizierten Fahrzeugen, droht den Fahrern ein kostenpflichtiges Abschleppen – und die „Verwahrung des Fahrzeuges durch die Polizei“, wie es in einer Mitteilung der Stadt Oldenburg heißt.
„Das ist eine Scheißaktion“, ließ ein Mitglied besagter Tuning-Szene, dessen Name der NWZ -Redaktion bekannt ist, seinem Frust am Nachmittag freien Lauf – „für uns handelt es sich um eine klare Diskriminierung“.
In Oldenburg gibt es mehrere Gruppen verschiedener Altersklassen und Größen, die sich zumeist an Wochenenden mit ihren Fahrzeugen an zentralen Punkten der Stadt treffen. Das schafft Aufmerksamkeit in der Anwohnerschaft und auf den Straßen. Allerdings verwahren sich Mitglieder dieser Szene gegen Vorwürfe der Raserei und vorsätzlicher Lärmbelästigung. „Wir brauchen einen Ort, an dem wir uns treffen und miteinander über Autos, aber auch über Gott und die Welt reden können“, heißt es.
Das Verbot der Stadt richtet sich nominell nicht gegen Raser, sondern „Fahrzeugführer, deren Fahrzeuge gegenüber der Serienproduktion an Karosserie, Fahrwerk, Motorleistung, Auspuff oder Bereifung technisch verändert wurden“ – und massive Lärmbelästigungen.
Die Stadt reagiere damit auch „auf die für die Fahrer selbst und unbeteiligte Dritte gefährlichen Beschleunigungsfahrten“, die seit Ostern verstärkt registriert worden seien. Die Tuner-Treffs in Oldenburg – zu der auch viele ortsfremde Teilnehmer und junge Leute mit unveränderten Serienautos gehören – wollen das Verbot nun diskutieren und nach Lösungen suchen, vielleicht auch einen neuen Treffpunkt außerhalb des Stadtgebietes. Mit einer solchen Restriktion habe man indes nicht gerechnet, schließlich seien keine größeren, sondern „nur die wöchentlichen kleinen“ geplant.
Für sie wie andere Autoveranstaltungen könnte es aber möglicherweise eine Ausnahmegenehmigung geben, stellt die Stadt in Aussicht. Diese müsste formlos beim Fachdienst Sicherheit und Ordnung am Pferdemarkt beantragt werden.
