Im Flaggen-Streit um die Deutschland schlagen die Wellen hoch. Dabei ist die Frage, ob das Traumschiff unter der Flagge Maltas fahren soll, nur die Spitze des Eisbergs. Von den 3700 Schiffen der Deutschen Handelsflotte nutzen weniger als 20 Prozent Schwarz-Rot-Gold. Stattdessen erfreuen sich die Flaggen großer Seefahrernationen wie Liberia oder Antigua besonderer Beliebtheit.
Der Grund ist das Geld. Die Schifffahrtsbranche hierzulande macht schwere Zeiten durch. Eine Möglichkeit, um Kosten zu sparen, ist das Ausflaggen. Leidtragende sind die deutschen Seeleute, denen schlechtere Arbeitsbedingungen drohen. Die Situation ist unbefriedigend für alle Beteiligten. Mit dem Maritimen Bündnis hatten Reeder, Gewerkschaft und Regierung 2003 die richtige Richtung eingeschlagen: ein Pakt auf Gegenseitigkeit mit klaren Zielen. Es wäre wünschenswert, wenn der aktuelle Streit genutzt würde, um den Geist des Paktes wieder aufleben zu lassen.
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