Braunschweig - Neuer Ärger um Personalplanungen: Der Chef der niedersächsischen Staatskanzlei, Jörg Mielke, gerät wegen hoher Zusatzkosten nach der Ernennung des Regionalbeauftragten Matthias Wunderling-Weilbier (SPD) zunehmend unter Druck. Mielke sei in seinem Amt nicht länger zu halten, sagte am Mittwoch der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, Christian Grascha, in Hannover. Die oppositionelle CDU betonte, Mielke habe bei der Personalentscheidung „schlampig gearbeitet“ und dem Land damit erneut massiven finanziellen Schaden eingebrockt.

Anlass für den Ärger sind Zusatzkosten in Höhe von 180 000 Euro, die das Land nach der Ernennung Wunderling-Weilbiers am 1. Januar zum Braunschweiger Regionalbeauftragten zahlen muss. Wunderling-Weilbier hatte zuvor drei Jahre als Landrat des Kreises Helmstedt und davor fünf Jahre als Bürgermeister der Stadt Schöningen gearbeitet.

Normalerweise hätte das Land vor der Ernennung mit dem Kreis eine Einigung über die Aufteilung der Versorgungsansprüche erzielen müssen. Das Land hat nach Angaben einer Sprecherin der Staatskanzlei mehrfach um ein Gespräch mit dem Kreis gebeten.

Durch das „fortwährende Schweigen“ des Kreises sei die Entscheidung getroffen worden, Wunderling-Weilbier ohne Zustimmung via „Raubernennung“ in den Landesdienst zu übernehmen. Durch diesen Verwaltungsakt akzeptierte das Land aber unfreiwillig die vollständige Übernahme der 180 000 Euro.

Wunderling-Weilbier steht derzeit in der Kritik, weil er einen größeren Dienstwagen fahren will als ihm zusteht. Er begründete dies mit seiner Körpergröße.