Hildesheim/Jerusalem - Vor dem Bezirksgericht in Jerusalem hat es am Mittwoch eine erste Anhörung im Streit um „Schindlers Liste“ gegeben. Dabei geht es um Dokumente mit Namen jüdischer KZ-Häftlinge, die durch die Hilfe des deutschen Industriellen Oskar Schindler vor dem Tod bewahrt wurden.
Die Listen wurden in den 1990er Jahren auf einem Dachboden in Hildesheim entdeckt. Die Erbin von Schindlers Frau, Erika Rosenberg, fordert eine Herausgabe der Liste, die sich derzeit im Holocaust-Museum Yad Vashem in Jerusalem befindet. Laut Protokoll der Anhörung bedauerte die Vertretung von Rosenberg, dass Bemühungen zu einem Kompromiss nicht erfolgreich gewesen seien. Von Yad Vashems Seite hieß es, man wolle nicht mit Holocaust-Dokumenten handeln.
Das Gericht wies beide Parteien an, bis zum 15. Juni eine Liste von Streitpunkten zu erstellen. Der Richter riet, den Kompromiss mit einem neuen Vermittler zu suchen. Eine weitere Vorverhandlung wurde für den 8. Juli angesetzt.
