Wenn die Osterzeit vorbei ist, beginnt für die Abgeordneten nicht gleich der harte Parlamentsalltag. Zur Eingewöhnung schnuppern die Fraktion erst einmal internationale Luft. Die CDU geht für drei Tage auf Norderney in Klausur. Auf dem Programm stehen nicht nur Vorträge, sondern auch Teeseminare. Die FDP reist nach Straßburg, um sich mit Europa zu beschäftigen. Die Abgeordneten der Grünen radeln an Ems und Elbe entlang, um mit ihren Kreisverbänden über Bildung zu diskutieren. Und die SPD will im sonnigen Andalusien politisieren. Geplant sei eine „nette Mischung aus Arbeit und Freizeitaktivitäten“, hieß es – in Granada und Sevilla.
Eine politische Reise plant auch Linken-Fraktionschef Manfred Sohn. Zum Jahrestag des Atombombenabwurfs über dem japanischen Hiroshima am 6. August will er einen Fahnenlauf durch Deutschland starten – von Sylt bis zur Zugspitze. Der Anfang ist gemacht: Sohn hat in Hannover eine riesige weiß-blaue Fahne mit deutscher und japanischer Aufschrift fertigen lassen. Die dritte Etappe des Friedensmarsches soll Ostern 2010 durch Niedersachsen führen – mit Sohn.
Die Sanierung des Landtags verläuft angesichts der Osterpause relativ geräuschlos. Kleinere Pannen werden erst mit Verspätung bemerkt. Bei der FDP-Fraktion etwa wurden die Telefonanschlüsse erneuert. In den Büros der Abgeordneten kein Problem, nur die Pressestelle war einen Tag lang nicht am heißen Draht. Fraktionschef Jörg Bode war ziemlich überrascht, als er am Abend immer noch keinen Anschluss unter der bekannten Nummer bekam. Offenbar hatte aber niemand etwas von der FDP gewollt. Übrigens ist auch Parlamentsgeschäftsführer Christian Dürr (Ganderkesee) in den Ferien aktiv. Er holt Eis für die in ihren Büros schwitzenden Kollegen.
