Die leidgeprüfte Stadt Misurata wird immer mehr zum Symbol für das Dilemma, in dem sich die internationale Gemeinschaft befindet zu einem Symbol, wie es einst Sarajewo in einem ganz anderen Konflikt war. Auch in Libyen hat das Grauen also einen Namen Misurata.
Die UN-Resolution 1973 enthält den Auftrag, libysche Zivilisten zu schützen. Das funktioniert aber nicht mehr, weil nun mal aus der Luft wenig auszurichten ist gegen den Terror des Gaddafi-Regimes, der sich in den Straßen abspielt oder sogar in den Häusern.
Man mag sich nun wünschen, Bodentruppen würden der Diktatur ein für alle Mal ein schnelles Ende machen. Doch ein solcher Einsatz ist durch das UN-Mandat eindeutig nicht gedeckt. Die internationale Diplomatie sucht nach einer Lösung. Gaddafi, der von alleine nicht gehen wird, nutzt diesen Schwebezustand aus. Nicht ausgeschlossen jedenfalls, dass in Sachen Misurata viel zu lange gewartet wird. Wie einst in Sarajewo.
